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Chronik der Loge »Leopold zur Treue«
i.·.Or.·.* Karlsruhe

Vorgeschichte der Loge:
»Alte Pflichten« von 1723

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Anf. 18. Jh.



Die Freimaurerei entwickelt sich in England aus den Steinmetzzünften.

1717



Englische Freimaurerlogen, die sich historisch aus den Steinmetzzünften entwickelt haben und deren Mitglieder jetzt Adlige und Bürger – eben keine »Werkmaurer« mehr – sind, vereinen sich zur ersten Großloge.

1720



George Paine stellt 39 Grundsätze der Freimaurerei zusammen.

17. 1. 1723



Der presbyterianische Referend James Anderson gibt im Auftrag des Großmeisters Herzog von Wharton das »Constitutionsbuch« heraus, im Deutschen »Die alten Pflichten von 1723« genannt.
   Der vollständige Titel lautet: »The Constitutiones of the Free-masons. Containing the History, Charges, Regulations, &c. of that most Ancient and Right Worshipful Fraternity. For the Use of the Lodges. London. Printed by William Hunter [...]. In the Year of Masonry 5723. Anno Domini 1723.«

2. Viertel des 18. Jh.s



Die Freimaurerei kommt wahrscheinlich über Frankreich nach Deutschland.

22. 10. 1737



Kurfürst Philipp von der Pfalz erlässt ein Dekret, wonach Zivilisten und Militärangehörige bei Strafe nicht der Freimaurerei angehören dürfen.

18. 8. 1738



Kronprinz Friedrich II. von Preußen wird in den Freimaurerbund aufgenommen.

1756



Gründung der Loge »Carl zur Eintracht« in Mannheim.

10. 11. 1784



Der pfälzische Kurfürst Karl Theodor verbietet die Logen in seinem Land – und damit auch die Mannheimer Loge »Carl zur Eintracht«.

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1785: Gründung der Loge unter dem Namen »Carl zur Einigkeit«
1791: Erstes Verbot der Loge

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1784/85



Als Reaktion auf das Verbot der Mannheimer Loge »Carl zur Eintracht« stellen die Brüder bei der zuständigen Provinzialloge in Frankfurt am Main den Antrag, in Karlsruhe eine Loge zu gründen.

13. 5. 1785



Im Hause von Prof. Dr. phil. Friedrich Wilhelm Wucherer findet die Lichteinbringung* für die Karlsruher Loge »Carl zur Einigkeit« statt. Wucherer ist auch der erste M.·.v.·.St.·.* dieser Loge. Der Name der Loge wurde zu Ehren des Markgrafen Karl Friedrich von Baden, der in London Freimaurer geworden war, gewählt.

14. 10. 1791



Der Loge »Carl zur Einigkeit« wird fälschlicherweise der Vorwurf gemacht, sie gehöre dem französischen Jakobismus an; die Loge wird aus Vorsicht geschlossen. Br.·.* Walz berichtet: »Am 14. 10. 1791 schloß die Vorsicht unsern Tempel der Eintracht und Liebe bei der blutigen Revolution in Frankreich und den unseligen Kriegen, die sie herbeiführte.«
Während die Loge geschlossen war, trafen sich die Brr.·.* privat.

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1808: Wiederzulassung der Loge
1813: Zweites Verbot der Loge

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26. 1. 1807



In Karlsruhe findet die Lichteinbringung* für die Loge »Carl zur Treue« statt.

26. 11. 1808



Es findet die erste Arbeit in der neu eröffneten Loge »Carl zur Einigkeit« nach deren Schließung im Jahre 1791 statt. M.·.v.·.St.·.* ist der Geheime Hofrat Carl Friedrich Schilling von Cannstatt

1808



Da ein großer Teil der Mitglieder von »Carl zur Treue« ins Feld ziehen muss, schließt sich diese Loge der Loge »Carl zur Einigkeit« an.

1811



Markgraf, Kurfürst und Großherzog Karl Friedrich von Baden, der Protektor der Karlsruher Loge und selbst Freimaurer, stirbt. An seine Stelle tritt sein Enkel Großherzog Karl.

16. 2. 1813



Großherzog Karl verbietet »alle in seinen Staaten existierenden geheimen Orden und Verbindungen« – und damit auch die Loge »Carl zur Einigkeit«.

1. 3. 1813



Die Loge »Carl zur Einigkeit« wird geschlossen, nachdem das Innenministerium (das die Anordnungen des Landesherrn überwachte) Großherzog Karl fragte, ob auch die Loge »Carl zur Einigkeit« unter diesen Erlass falle, was dieser bejahte.

1813–1847



Die Karlsruher Logenbrüder treffen sich in den Logen in Frankenthal, Alzey und Straßburg.

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1847: Wiederzulassung und Umbenennung in »Leopold zur Treue«

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Herbst 1845



Finanzrat Nebenius überreicht Großherzog Leopold ein Gesuch zur offiziellen Wiedereröffnung der Badischen Logen.

19. 2. 1847



Großherzog Leopold hebt das Edikt vom 16. 2. 1813 von Großherzog Carl auf und übernimmt gleichzeitig das Protektorat der Karlsruher Loge.

15. 11. 1847



Die Karlsruher Loge »Carl zur Einigkeit« nennt sich ab sofort aus Dankbarkeit gegenüber Großherzog Leopold »Leopold zur Treue«. Die erste Logenarbeit findet im Darmstädter Hof mit Musikdirektor Dr. Ferdinand Gassner als M.·.v.·.St.·.* statt. Zugleich wird beschlossen, »Leopold zur Treue« der Großloge* »Zur Sonne«, Bayreuth, zu unterstellen. Leitender Gedanke für diesen Entschluss war, dass keine Konfession vom Beitritt in die Loge ausgeschlossen sein sollte.

17. 11. 1848



Fürst Karl Egon von Fürstenberg, der mit der Prinzessin Amalie von Baden verheiratet ist, wird M.·.v.·.St.·.*. Unter seiner Leitung folgt eine glanzvolle Zeit für die Loge, die von Humanität geprägt ist.

1865



Gründung der Tochterlogen »Reuchlin« in Pforzheim sowie »Constantia zur Zuversicht« in Konstanz.

1871



Gründung der Tochterloge »Badenia zum Fortschritt« in Baden-Baden.

6. 9. 1869



Das neue Logenhaus »Zu den 4 Jahreszeiten« wird in der Hebelstraße unter dem M.·.v.·.St.·.* Otto Wilhelm Carl Frhr. von Cornberg eröffnet. Br.·.* Prof. Johann Caspar Bluntschli, nach dem das Bluntschli-Ritual benannt ist, hält die Festrede.

1870/71



Die meisten Brr.·.* sind zur Ableistung des Militärdienstes eingezogen. Das Haus in der Hebelstraße wird als Reserve-Lazarett zur Verfügung gestellt.

31. 10. 1886



Das 100-jährige Stiftungsfest* wird gefeiert.

16. 11. 1924



Spaltung der Loge »Leopold zur Treue«: Auf einer Mitgliederversammlung wird mit großer Mehrheit beschlossen, aus der humanitären Großloge* »Zur Sonne« auszutreten und sich der Großloge von Preußen, genannt »Zur Freundschaft« (früher: »Royal York«), in Berlin anzuschließen. Kennzeichnend für die Großloge »Zur Freundschaft« ist es, dass für den Eintritt in die Loge die Zugehörigkeit zum Christentum verlangt wird.

30. 11. 1930



Die Minderheit gründet die konfessionsunabhängige Loge »Friede und Freiheit«.

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1933: Drittes Verbot der Loge unter dem Nationalsozialismus

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11. 6. 1933



Nach dem Johannisfest* wird die Loge »Leopold zur Treue« stillgelegt. Nach Schluss der Arbeit trägt der damalige M.·.v.·.St.·.*, Martin Kaiser, das Licht aus dem Tempel*. Der Meisterwinkel wird von Br.·.* Martin Kaiser zerbrochen und über die Zeit des Nationalsozialismus hinweg gerettet. Dieser Meisterwinkel wird heute vom jeweiligen M.·.v.·.St.·.* getragen. (Bild)

1933



Die Gestapo beschlagnahmt den Rest der Einrichtung des Logenhauses in der Hebelstraße und verbietet allen Brüdern das Betreten des Hauses.

1933



Auf Betreiben eines Br.·.* tritt der Karlsruher »Turnverein von 1846« als Käufer des Logenhauses auf. Die umfangreiche Logenbibliothek wird der »Badischen Landesbibliothek« zur Verwaltung übergeben; dort geht sie in einer Bombennacht zusammen mit anderen wertvollen Beständen in Flammen auf.

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1947: Neubeginn

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4. 12. 1946



Br.·.* Martin Kaiser erwirkt ein Dekret von der amerikanischen Militärregierung in Stuttgart, die Karlsruher Loge wieder zuzulassen.

15. 1. 1947



Die Loge »Leopold zur Treue« wird unter dem M.·.v.·.St.·.* Martin Kaiser, unter dem sie 1933 geschlossen wurde, wieder eröffnet. Dazu haben sich auch Brr.·.* der Loge »Friede und Freiheit« eingefunden.

1954



Makler Br.·.* Heinrich Stoll bietet seiner Loge das Haus in der Bismarckstr. 83 zum Kauf an.

Februar 1955



Das Haus in der Bismarckstr. 83 wird gekauft und dient als neues Logenhaus, da das alte Logenhaus in der Hebelstraße im Krieg völlig zerstört worden ist.

2. 9. 1956



Da das Haus in der Bismarckstraße über keinen Tempel* verfügt, wird das Hinterhaus abgerissen und am 2. 9. der Grundstein für den Tempel gelegt.

4. 5. 1957



Lichteinbringung* in den neu erbauten Tempel*.

1968–70



Mit über 90 Mitgliedern wurde die Loge »Leopold zur Treue« zu groß, so dass sich 1968 eine neue Loge namens »Friede und Freiheit« bildete – eine Fortführung der Loge gleichen Namens aus den 30-er Jahren.

1985



Unter dem M.·.v.·.St.·.* Werner Bartmann findet der Großlogentag* in Karlsruhe statt.

2000



Der Großlogentag* findet erneut in Karlsruhe statt.

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