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Ausgewählte Mitglieder unserer Loge
(in alphabetischer Reihenfolge)
Die biographischen Daten stammen größtenteils aus der
»Allgemeinen Deutschen Biographie« (ADB) sowie aus der »Neuen Deutschen
Biographie« (NDB).
Friedrich Arnold
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- baute das Ständehaus, das Gebäude des ersten badischen
Parlaments
- Schwager von Friedrich Weinbrenner
Gustav Binz
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Johann Lorenz Boeckmann
* Lübeck am 8. 5. 1741
† Karlsruhe am 15. 12. 1802
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- reformierte das Ausbildungswesen
- gründete Realschulen und Lehrerseminare in Baden
- entwickelte Prinzipien für den Schulunterricht in Physik
und Chemie
- ab 1764 Professor für Mathematik und Physik am akademischen
Gymnasium (Fürstenschule) in Karlsruhe
- 1769 Mitglied des badischen Konsistoriums
- 1775 Entwicklung des Dampfwagenmodells nach einer
Beschreibung von Verbiest; dessen Fahrtüchtigkeit wurde von Carl Benz
erprobt
- 1778 Gründung des badischen meteorologischen Instituts und
Errichtung von 16 Wetterstationen
- bei Boeckmann (Schlossplatz 9) wohnte vom September 1774
bis März 1775 der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock
Carl Frhr. von Brandt
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Robert Goldschmidt
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Johann Heinrich Jung, gen. Stilling
* Grund bei Hilchenbach (Westfalen) am 12. 9. 1740
† Karlsruhe am 2. 4. 1817
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- führte den Dichter Max von Schenkendorf (s.u.) in unsere
Loge
- war zuerst Kohlenbrenner, Schneider, dann Hauslehrer,
Medizinstudent, Arzt in Elberfeld, dann Professor der Landwirtschaft in
Heidelberg, dann 1787 Professor in Marburg, 1804 Professor in
Heidelberg, dann Badischer Geheimrat in Karlsruhe
- führte über 2000 Staroperationen aus
- 1806 zog er auf Wunsch des Großherzogs Karl Friedrich nach
Karlsruhe; dort wurde er dessen Vertrauter
Leopold, Großherzog von Baden – Bild
* Karlsruhe am 29. 8. 1790
† Karlsruhe am 24. 4. 1852
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- ermöglichte zum Beginn seiner Regierungszeit (1830) ein
liberales Pressegesetz, das die Zensur aufhob
- sorgte für eine unbeeinflusste Wahl der Zweiten Kammer des
badischen Landtags
- unter dem Druck des Deutschen Bundes und Österreichs nahm
Leopold das Pressegesetz später zurück; an seine Stelle trat eine sehr
konservative Politik; diese führte u.a. zur badischen Revolution
(1848/49)
Johann Baptist Frhr. Lingg von Linggenfeld – Bild
* Meersburg am Bodensee im Dezember 1765
† Karlsruhe am 21. 12. 1842
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- auf Grund seiner Heldentat von Hersfeld wurde Lingg vom
Kurfürsten von Hessen in den erblichen Adelsstand erhoben
- Die Geschichte des Oberstleutnants Lingg wurde von Johann
Peter Hebel in seinem Schatzkästlein unter dem Titel »Der Kommandant
und die badischen Jäger« verewigt; er schreibt darin:
»Folgende Begebenheit verdient, daß sie im Andenken
bleibe, und wer keine Freude daran hat, den will ich nicht loben.
Im verflossenen Winter, als die französische Armee
und ein großer Teil der bundesgenossischen Truppen in Polen und Preußen
stand, befand sich ein Teil des badischen Jägerregiments in Hessen und
in der Stadt Hersfeld auf ihrem Posten. Denn dieses Land hatte der
Kaiser im Anfang des Feldzugs eingenommen und mit Mannschaft besetzt.
Da gab es nun von seiten der Einwohner, denen das Alte besser gefiel
als das Neue, mancherlei Unordnungen, und es wurden besonders in dem
Ort Hersfeld mehrere Widersetzlichkeiten ausgeübt und unter andern ein
französischer Offizier getötet. Das konnte der französische Kaiser
nicht geschehen lassen, während er mit einem zahlreichen Feind im
Angesicht kämpfte, daß auch hinter ihm Feindseligkeiten ausbrachen und
ein kleiner Funke sich zu einer großen Feuersbrunst entzündete. Die
armen Einwohner von Hersfeld bekamen daher bald Ursache, ihre
unüberlegte Kühnheit zu bereuen. Denn der französische Kaiser befahl,
die Stadt Hersfeld zu plündern und alsdann an vier Orten anzuzünden und
in die Asche zu legen. Dieses Hersfeld ist ein Ort, der viele Fabriken
und daher auch viele reiche und wohlhabende Einwohner und schöne
Gebäude hat; und ein Menschenherz kann wohl empfinden, wie es nun den
armen Leuten, den Vätern und Müttern zumute war, als sie die
Schreckenspost vernahmen; und der arme Mann, dem sein Hab und Gut auf
einmal auf dem Arm konnte weggetragen werden, war jetzt so übel dran
als der reiche, dem man es auf vielen Wagen nicht wegführen konnte; und
in der Asche sind die großen Häuser auf dem Platz und die kleinen in
den Winkeln auch so gleich als die reichen Leute und die armen Leute
auf dem Kirchhof. Nun, zum Schlimmsten kam es nicht. Auf Fürbitte der
französischen Kommandanten in Kassel und Hersfeld wurde die Strafe so
gemildert: es sollten zwar nur vier Häuser verbrannt werden, und dies
war glimpflich; aber bei der Plünderung sollte es bleiben, und das war
noch hart genug. Die unglücklichen Einwohner waren auch, als sie diesen
letzten Bescheid hörten, so erschrocken, so alles Mutes und aller
Besinnung beraubt, daß sie der menschenfreundliche Kommandant selber
ermahnen mußte, statt des vergeblichen Klagens und Bittens die kurze
Frist zu benutzen und ihr Bestes noch geschwind auf die Seite zu
schaffen. Die fürchterliche Stund schlug; die Trommel wirbelte ins
Klaggeschrei der Unglücklichen. Durch das Getümmel der Flüchtenden und
Fliehenden und Verzweifelnden eilten die Soldaten auf ihren
Sammelplatz. Da trat der brave Kommandant von Hersfeld vor die Reihen
seiner badischen Jäger, stellte ihnen zuerst das traurige Schicksal der
Einwohner lebhaft vor die Augen und sagte hierauf: ›Soldaten! Die
Erlaubnis zu plündern fängt jetzt an. Wer dazu Lust hat, der trete
heraus aus dem Glied!‹ So sprach der Kommandant; und wer jetzt ein Glas
voll Wein hat neben sich stehen, der trinke es aus zu Ehren der
badischen Jäger. Kein Mann trat aus dem Glied. Nicht einer! Der Aufruf
wurde wiederholt. Kein Fuß bewegte sich; und wollte der Kommandant
geplündert haben, so hätte er müssen selber gehen. Aber es war niemand
lieber als ihm, daß die Sache also ablief; das ist leicht zu bemerken.
Als die Bürger das erfuhren, war es ihnen zumute wie einem, der aus
einem schweren Traum erwacht. Ihre Freude ist nicht zu beschreiben. Sie
schickten sogleich eine Gesandtschaft an den Kommandanten, ließen ihm
für diese Milde und Großmut danken und boten ihm aus Dankbarkeit ein
großes Geschenk an. Wer weiß, was mancher getan hätte! Aber der
Kommandant schlug dasselbe ab und sagte, er lasse sich keine gute Tat
mit Geld bezahlen. ›Nur zum Andenken von euch,‹ setzte er hinzu,
›erbitte ich mir eine silberne Münze, auf welcher die Stadt Hersfeld
vorgestellt ist und der heutige Auftritt. Dies soll das Geschenk sein,
welches ich meiner künftigen Gattin aus dem Krieg mitbringen will.‹
Dies ist geschehen im Februar des Jahres 1807 [recte:
12. 1. 1807] und so etwas ist des Lesens zweimal wert.«
Karl Friedrich Nebenius
* Rhodt unter Rietburg (Pfalz) am 29. 9. 1784
† Karlsruhe am 8. 6. 1857
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- reformierte das Schul- und Hochschulwesen
- reformierte das Steuerrecht
- trat für die Industrialisierung ein
- trat 1807 in die Dienste des badischen Finanzministeriums
ein
- schlug bereits 1818 in einem Buch über Großbritannien den
deutschen Zollverein vor und war maßgeblich an der Gründung des
deutschen Zollvereins beteiligt
- mit seinen Schriften »Denkschrift für den Beitritt Badens«
(1833) und »Der Deutsche Zollverein, sein System und seine Zukunft«
(1835) warb er für den Beitritt Badens zum Zollverein, was 1836
schließlich geschah
- verfasste die badische Verfassungsurkunde, die 1818 von
Großherzog Karl unterzeichnet wurde und die als die liberalste
Deutschlands gilt
- entwarf die Wahlordnung
- sein Hauptwerk »Der öffentliche Credit« erscheint 1820
- 1824 Versetzung ins Innenministerium
- vereinheitlichte in dieser Zeit Maße und Gewichte in Baden
und führte das metrische System ein
- entwarf zusammen mit Ludwig Georg Winter 1831 eine neue
Kommunalverfassung, eine Zivilprozessordnung und ein liberales
Pressegesetz
- 1834 Reform der Polytechnischen Schule und Gründung von
Gewerbeschulen in Baden
- empfahl 1836 den Bau der ersten Bahn von Mannheim nach
Basel auf Staatskosten und setzte dies auch durch
- 1838/39 sowie 1845/46: badischer Innenminister
- 1846–49: Präsident des badischen Staatsrates
(Gottlob Ferdinand)
Max(imilian Gottfried) von Schenkendorf
* Tilsit am 11. 12. 1783
† Koblenz am 11. 12. 1817
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- war neben Arndt und Körner der bedeutendste Dichter der
Befreiungskriege gegen Napoleon
- verlor in Folge eines Duells seine rechte Hand, nahm aber
dennoch an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil
- gab 1810 anlässlich der Aufhebung der Erbuntertänigkeit in
Preußen seine erste Lyriksammlung unter dem Titel »Freiheitsgesänge
1810« heraus
- war Gründungsmitglied der Loge »Friedrich zur
Vaterlandsliebe« i.·.O.·.* Koblenz
- wurde durch den Br.·.*
Jung-Stilling (s.o.) in unsere Loge eingeführt
Johann Georg Schlosser – Bild 1
– Bild 2
* Frankfurt am Main am 7. 12. 1739
† ebd. am 17. 10. 1799
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- war 1762–63 Rechtsanwalt in Frankfurt am Main
- Freund von Johann Wolfgang von Goethe
- wurde 1773 Hof- und Regierungsrat beim Markgrafen von Baden
- heiratete im selben Jahr – gegen Goethes Willen – dessen
Schwester Cornelia, die bereits 1777 verstarb
- wirkte als Geheimrat und richterlicher Beamter in Karlsruhe
- schied 1791 aus Gewissensgründen aus dem Staatsdienst aus
- war zuletzt als Syndikus in Frankfurt tätig
- veröffentlichte viele Schriften zur Politik,
Rechtswissenschaft, Volkswirtschaft, Geschichte und Philosophie
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